Ratgeber Ladung

Ladung sicher fixieren mit dem richtigen Gurt

Der passende Zurrgurt hält Ladung nur dann sicher, wenn er richtig ausgewählt, angelegt und gespannt wird. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die Grundlagen und die typischen Stolperfallen.

Ratgebervon pehaJuli 20267 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze

  • Ladung muss so gesichert sein, dass sie auch bei Bremsungen, Ausweichmanövern und schlechter Fahrbahn nicht verrutschen oder kippen kann.
  • Der Zurrgurt ist nur ein Teil der Lösung – entscheidend sind das richtige Prinzip, das passende Bauteil und die korrekte Handhabung.
  • Angaben auf dem Etikett wie die Zurrkraft geben vor, wofür ein Gurt ausgelegt ist und dürfen nicht überschritten werden.
  • Beschädigte oder überdehnte Zurrgurte gehören sofort aus dem Verkehr gezogen und ersetzt.

Ungesicherte oder schlecht gesicherte Ladung zählt zu den unterschätzten Gefahren im Transport. Was auf der Ladefläche ruhig aussieht, entwickelt beim Bremsen oder in einer Kurve enorme Kräfte und kann verrutschen, umstürzen oder sogar herabfallen. Der Zurrgurt ist dabei das am häufigsten eingesetzte Hilfsmittel, weil er leicht, flexibel und schnell einsatzbereit ist. Damit er hält, was er verspricht, kommt es allerdings auf mehr an als auf festes Ziehen.

Dieser Ratgeber erklärt in Ruhe, wie ein Zurrgurt aufgebaut ist, nach welchen Prinzipien Ladung gesichert wird und worauf Sie beim Auswählen, Anlegen und Prüfen achten sollten. So bekommen Sie ein sicheres Gefühl dafür, wann Ihre Ladung wirklich verkehrssicher ist und wann Sie besser noch einmal nachbessern.

Warum Ladungssicherung Pflicht und Verantwortung ist

Wer Ladung transportiert, trägt Verantwortung für sich und für andere. Verrutscht eine Last, verändert sich das Fahrverhalten des Fahrzeugs, im schlimmsten Fall gerät es außer Kontrolle. Herabfallende Gegenstände gefährden zusätzlich den nachfolgenden Verkehr. Ladungssicherung ist deshalb keine Formsache, sondern ein aktiver Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Verantwortlich ist nicht nur der Fahrer. Auch wer belädt und wer den Transport veranlasst, steht in der Pflicht, dass die Ladung gesichert auf den Weg geht. Die konkreten Anforderungen ergeben sich aus den jeweils geltenden Regelungen und den anerkannten Regeln der Technik. Bleiben Sie im Zweifel auf der sicheren Seite und orientieren Sie sich an den Herstellerangaben Ihrer Sicherungsmittel.

Grundsatz

Ladung gilt erst dann als gesichert, wenn sie den zu erwartenden Kräften beim Bremsen, Beschleunigen und in Kurven standhält, ohne ihre Lage zu verändern.

Aufbau eines Zurrgurts verstehen

Ein Zurrgurt besteht in der gängigsten Bauform aus zwei Teilen, dem Festende mit dem Spannelement und dem Losende. Als Spannelement dient meist eine Ratsche, mit der das Gurtband gespannt und die Vorspannung gehalten wird. An den Enden sitzen Endbeschläge wie Haken, mit denen der Gurt an geeigneten Punkten eingehängt wird.

Das Gurtband selbst ist aus Chemiefaser gewebt und auf Zug ausgelegt. Jeder geprüfte Zurrgurt trägt ein Etikett, das die wichtigsten Angaben zusammenfasst. Dazu gehören die zulässige Zurrkraft, die Vorspannkraft, das Material und Hinweise zur Verwendung. Fehlt dieses Etikett oder ist es unlesbar, lässt sich der Gurt nicht mehr sicher zuordnen und sollte nicht verwendet werden.

  • Ratsche – erzeugt und hält die Vorspannung des Gurtbands.
  • Gurtband – nimmt die Zugkraft auf und überträgt sie auf die Ladung.
  • Endbeschläge – verbinden den Gurt mit den Zurrpunkten am Fahrzeug.
  • Etikett – trägt die Kennzeichnung mit den maßgeblichen Angaben.

Formschluss und Kraftschluss – die zwei Prinzipien

Ladung wird grundsätzlich nach zwei Prinzipien gesichert, die sich auch kombinieren lassen. Beim Formschluss wird die Ladung lückenlos an feste Begrenzungen gestellt, etwa an die Stirnwand oder an bereits gesicherte Ladung. Die Kräfte werden dann direkt über diese Begrenzungen aufgenommen, ohne dass die Ladung anlaufen kann.

Beim Kraftschluss, dem klassischen Niederzurren, wird die Ladung mit Vorspannung auf die Ladefläche gepresst. Dadurch steigt die Reibung zwischen Ladung und Ladefläche, und die Last hält ihre Position. Wie viel Vorspannung nötig ist, hängt unter anderem von der Reibung ab. Eine rutschhemmende Unterlage kann die Reibung deutlich erhöhen und die Sicherung wirksamer machen.

Nicht der festeste Gurt sichert am besten, sondern das richtige Prinzip für die jeweilige Ladung.

Den passenden Zurrgurt auswählen

Zurrgurte gibt es in unterschiedlichen Bauformen und Ausführungen. Für die Auswahl zählt zunächst, welche Zurrkraft der Gurt aufnehmen kann und ob diese zur Ladung und zum gewählten Sicherungsverfahren passt. Ein Gurt zum Niederzurren wird anders belastet als einer, der zum Direktzurren eingesetzt wird. Die Angaben auf dem Etikett geben den Rahmen vor.

Auch die Endbeschläge müssen zu den vorhandenen Zurrpunkten passen. Ein Haken, der sich nicht sauber und formschlüssig einhängen lässt, ist ein Risiko. Achten Sie zudem auf das Material und die Umgebung. Feuchtigkeit, Temperatur und Chemikalien können Chemiefaserbänder beeinflussen, weshalb die Hinweise des Herstellers zur Verwendung wichtig sind.

Sinnvoll ist es, Zurrgurte als aufeinander abgestimmtes System zu betrachten, statt einzelne Teile beliebig zu mischen. Nur so bleibt nachvollziehbar, welche Kräfte die gesamte Sicherung tatsächlich aufnehmen kann.

Zurrgurte richtig anlegen und spannen

Ein sorgfältiger Ablauf beim Anlegen macht den Unterschied zwischen einer scheinbaren und einer echten Sicherung. Die folgenden Schritte helfen Ihnen, systematisch vorzugehen.

  1. Ladung möglichst formschlüssig an feste Begrenzungen stellen, bevor Sie zurren.
  2. Rutschhemmende Unterlagen einlegen, wo sie die Reibung verbessern.
  3. Gurt ohne Verdrehungen führen und die Endbeschläge sauber in geeignete Zurrpunkte einhängen.
  4. Mit der Ratsche gleichmäßig vorspannen, ohne das Gurtband zu überlasten.
  5. Kanten mit Kantenschutz versehen, damit das Band nicht beschädigt wird.
  6. Nach kurzer Fahrt und bei längeren Strecken die Vorspannung erneut prüfen.

Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Kontrolle unterwegs. Ladung kann sich setzen, dadurch lässt die Vorspannung nach. Ein kurzer Blick und ein Nachspannen an geeigneter Stelle erhöhen die Sicherheit spürbar, ohne viel Zeit zu kosten.

Zurrgurte prüfen und ablegen

Zurrgurte sind Verschleißteile und müssen regelmäßig kontrolliert werden. Vor jedem Einsatz lohnt ein prüfender Blick auf Gurtband, Naht, Ratsche und Endbeschläge. Zusätzlich sind wiederkehrende Prüfungen durch eine befähigte Person vorgesehen. Halten Sie sich hier an die geltenden Regelungen und die Vorgaben des Herstellers.

Ein Zurrgurt gehört ausgesondert, sobald sicherheitsrelevante Schäden erkennbar sind. Dazu zählen Einschnitte, Risse oder Aufscheuerungen im Band, Garnbrüche, Beschädigungen an den tragenden Nähten, Verformungen oder Risse an Haken und Ratsche sowie starke Verfärbungen, die auf eine chemische Schädigung hindeuten. Auch ein fehlendes oder unlesbares Etikett ist ein Grund, den Gurt nicht weiter einzusetzen.

Im Zweifel aussondern

Ein beschädigter Zurrgurt lässt sich nicht flicken – ist die Tragfähigkeit fraglich, gehört er ersetzt und nicht weiter benutzt.

Häufige Fehler vermeiden

Viele Schäden entstehen nicht durch fehlende Gurte, sondern durch ihre falsche Anwendung. Ein verdrehtes Band verliert an Tragkraft, ein Gurt über eine scharfe Kante kann durchtrennt werden, und eine zu geringe Vorspannung lässt die Ladung anlaufen. Ebenso riskant ist es, die Ratsche mit Verlängerungen zu überlasten, weil die Belastung dann unkontrolliert steigt.

Ein weiterer Klassiker ist das Einhängen an ungeeigneten Punkten. Nur belastbare Zurrpunkte oder geeignete Konstruktionsteile nehmen die Kräfte sicher auf. Wer stattdessen an schwachen Anbauteilen zurrt, gefährdet die gesamte Sicherung. Nehmen Sie sich lieber einen Moment mehr Zeit und prüfen Sie, ob jeder Punkt die Last wirklich tragen kann.

Wenn Sie diese Punkte beachten, ist die Ladungssicherung mit Zurrgurten unkompliziert und zuverlässig. Sie schützt Ihre Ladung, Ihr Fahrzeug und alle, die mit Ihnen unterwegs sind.

Ladungssicherung mit Zurrgurten ist keine Frage von Kraft, sondern von Sorgfalt und Verständnis. Wer das passende Prinzip wählt, den richtigen Gurt einsetzt, ihn korrekt anlegt und regelmäßig prüft, bringt seine Ladung sicher ans Ziel. Ein bisschen Routine und ein wachsames Auge für Schäden sind dabei die beste Grundlage für einen Transport, auf den Sie sich verlassen können.

Häufige Fragen

Reicht es, den Zurrgurt einfach möglichst fest zu spannen?

Nein. Entscheidend ist die passende Vorspannung im Zusammenspiel mit Reibung und Sicherungsprinzip. Zu festes Spannen kann den Gurt überlasten, während zu wenig Vorspannung die Ladung anlaufen lässt.

Wie erkenne ich, dass ein Zurrgurt abgelegt werden muss?

Achten Sie auf Einschnitte, Risse, Aufscheuerungen, Garnbrüche und Schäden an Ratsche oder Haken. Auch ein fehlendes oder unlesbares Etikett ist ein Grund, den Gurt nicht mehr zu verwenden.

Warum ist Kantenschutz beim Zurren so wichtig?

Scharfe Kanten können ein gespanntes Gurtband beschädigen oder durchtrennen. Kantenschutz verteilt die Belastung und schützt das Band, damit die Sicherung erhalten bleibt.

Muss ich die Ladungssicherung während der Fahrt kontrollieren?

Ja, das ist sehr sinnvoll. Ladung kann sich setzen und die Vorspannung nachlassen, deshalb sollten Sie nach kurzer Fahrt und auf längeren Strecken die Gurte prüfen und bei Bedarf nachspannen.

Fragen zur passenden Ladungssicherung?

Beschreiben Sie kurz Ihre Ladung und Ihr Fahrzeug, dann beraten wir Sie gern zu den passenden Zurrmitteln und einer sicheren Lösung.

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